musik

 Meine esten Vorbilder waren Fettes Brot und EinsZwo und die Vorliebe für double rhymes, ausgefeilte Texte und Rap über’s Leben statt nur über Rap hat mich geprägt. Meine ersten Reime sind in Ostfriesland auf dem 15 Kilometer langen Fahrradweg zur Schule entstanden. Diese Phase war bestimmt von Waterkant-Mystizismus, Anderswelt-Geschichten und grünen Nachtbeats, wie z.B. vielen von Blowms Akai.

Um die Jahrtausendwende kam dann angesichts des Berliner Sexismus-Rap die  Abgrenzung vom Rap und inspiriert von Gentleman die Wende hin zum Reggae, Dancehall und Ska und melodischem Sprechgesang. 

In Hannover kamen dann um 2010 die längst überfälligen ersten Erfahrungen in unserer Band the Spiel, die sich leider nach einem Jahr und einem Auftritt aufgelöst hat. Aus dieser Zeit sind die folgenden Aufnahmen. Nun bin ich nach einem Jahr in Bangkok endlich wieder auf  Bandsuche.

In Bangkok war es auch, dass ich eine Antwort auf die Frage nach der Relevanz meiner Texte gefunden habe, die die Entfremdung vom Ego-Rap in mir wachgerufen hatte. Dort schlägt der Kapitalismus gerade erst voll ein, es geht überall um Überleben oder Status ohne viel dazwischen, die Leute sind noch nicht so übersättigt wie hier und Angeben ist noch seltener uncool. Zum Glück habe ich einige der wenigen dickköpfigen Punks, Skater und Writer kennengelernt, die die Stadt mit subkulturellem Leben füllen.

Ich habe auch begriffen, dass Überzeugungen von der Sozialisation abhängig sind und fast alle Menschen gute Absichten haben. Blinde Unterwürfigkeit und Konformismus können tatsächlich als eine Tugend und Frage des Respekts wahrgenommen werden. Mir ist besonders deutlich geworden, wie wertvoll meine Meinungsfreiheit ist, und dass ich als Mitglied dieser Weltgemeinschaft nicht über Belanglosigkeiten singen will.

Kolonialismus und die auf Kreditschulden und anderen Abhängigkeiten aufbauende zeitgenössische  Weltwirtschaft sind bestimmt vom Gewohnheitsrecht des Stärkeren und dieses Bewusstsein möchte ich musikalisch transportieren.

Mein kommendes genre-ungebundenes Konzeptalbum „the Spiel“ über Angst und Liebe wird ein Plädoyer für weltweite Kooperation einer wirklichen Weltgemeinschaft bei der Bedürfnisbefriedigung aller, für eine neue kulturelle Blüte und ein Erwachsenwerden unserer Spezies.